Was kostet mich ein Studium?

Schon vor dem Abitur solltest du dich damit beschäftigen, welche Kosten dein Studium mit sich bringen wird. Im Folgenden sollst du deshalb einen groben Überblick und konkrete Zahlen vermittelt bekommen, um so danach selbst über deine jetzigen Ausgaben zu reflektieren und dir Gedanken zu machen, welchen Weg der Finanzierung du wählen möchtest.

Wie hoch sind Semesterbeiträge und was ist das überhaupt?

Semesterbeiträge zahlst du grundsätzlich, damit sich Dinge wie der Mensabetrieb, die Cafeterien, das Wohnheim an sich und Beratungsstellen aufrecht erhalten können. Ein großer Kostenpunkt ist auch meistens ein pauschales Semsterticket für den ÖPNV. Die Höhe des jeweiligen Beitrags variieren je nach Bundesland und auch zwischen den Hochschulen, wobei es keine allgemeinen Studiengebühren gibt. Die Semesterbeiträge liegen grob zwischen 85 und 290 Euro. Deshalb musst du dich hier bei deiner jeweiligen Universität selbst informieren. Manche Bundesländer verlangen zudem Zweitstudiengebühren oder Langzeitgebühren, die dann fällig werden, wenn Studierende eine bestimmte Anzahl an Hochschulsemestern überschritten haben. Diese Summe liegt bei 300 bis 500 Euro pro Semester.

Was koste ich eigentlich selbst?


Auch Studierende müssen monatliche Kosten wie Miete (Wohnen), Essen und auch Fahrtkosten decken. Natürlich wird hier in gewissen Bereichen Unterstützung geboten, durch z.B. günstigere Wohnheime und das Semesterticket für die Fahrtkosten. Laut dem deutschen Studentenwerk müssen Studierende im Monat mit Kosten von ca. 570 bis 1.175 Euro rechnen. Hierbei sind der Wohnort, Semesterbeiträge und die Höhe der Miete entscheidend. So ist das Wohnen in einer WG (240€-280€) deutlich günstiger als alleine (ca. 357€). Überlege dir also gut wie viel du in deine Miete stecken könntest. Viele wohnen natürlich auch weiterhin bei den Eltern, was viele Kosten spart. Hier erfährst du noch mehr zum Thema Miete.
 

Dazu kommen ggf. Versicherungskosten. Unter dem Verdienst von 405€ (450€ als Minijobber) bleiben Studierende bei den Eltern bei der Krankenversicherung mitversichert. Sobald das 25. Lebensjahr erreicht ist, musst du dich jedoch selbst um deine Versicherung kümmern. Die Krankenversicherung ist verpflichtend, andere Versicherungen, wie beispielsweise die Haftpflichtversicherung, Berufsunfähigkeitsversicherung für Studenten, uvm. sind freiwillig. 


Ebenfalls musst du Ausgaben, die abseits von Miete, Versicherung und Beiträgen anfallen bedenken. Eine wichtige Rolle spielen hierbei Lebensmittelkosten, die auch je nach deinen persönlichen Ansprüchen variabel sind. Jedoch sollte im Monat mit mindestens 150 bis 170 Euro gerechnet werden, kann aber auch deutlich teurer sein. Denke hier gerne einmal über deine jetzigen Ausgaben auch für das Essengehen nach. Dauerhaft Essen bestellen ist natürlich auf Dauer wesentlich kostspieliger als selbst zu kochen. 

Außerdem müssen im Studium Lernmaterialien wie Bücher und Unterlagen besorgt werden. Jedoch können einige Materialien in der Universitätsbibliothek ausgeliehen werden, was erhebliche Kosten spart. Im Bezug auf Technik, sollten Geräte wie Laptop und Smartphone vorhanden sein. Auch hier gibt es einige Vergünstigungen für Studierende wie Rabattaktionen und auch der Internetzugang ist in einigen Studentenwohnheimen in der Miete mit einberechnet. 

Letzen Endes gibt es noch sehr individuelle Ausgaben, wie für Kleidung (ca. 55€) , Sport und andere Freizeitaktivitäten (60-70€) und auch Tankkosten, falls man ein Auto besitzt (ca. 100€). Bei vielen Online Shops und Streamingdiensten gibt es dazu oft dauerhaft Prozente und generell günstigere Angebote für Studierende. 

Woher bekomme ich überhaupt Geld zur Finanzierung?

Bis jetzt hast du viel darüber erfahren was du alles für fixe Ausgaben haben wirst. Woher bekommst du aber jetzt das Geld, um diese Kosten decken zu können?

Ganz klassisch: Das BAföG 

Dies ist grundsätzlich ein Staatsdarlehen, welches du nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetzes später nur zur Hälfte zurückzahlen musst. An die Bewilligung sind aber einige Anforderungen geknüpft und der Antrag ist nicht ganz einfach. Hier erfährst du mehr zum Thema.

Komme ich für Stipendien infrage?

Die attraktivste From der Studienfinanzierung bietet das Stipendium, da es nicht zurück gezahlt werden muss. Es kann aber sein, dass du trotzdem bestimmte Verbindlichkeiten hast, wie beispielsweise die Teilnahme an zusätzlichen Seminaren deiner Stiftung. Außerdem ist der Zugang durch ein Bewerbungsverfahren limitiert. Einen Versuch ist es trotzdem Wert. In Deutschland erhalten viel mehr Studierende ein Stipendium, als man denkt. 

Kennst du schon den Studienkredit?

Um Studierenden unter die Arme zu greifen, sind Studienkredite speziell auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten. Der Unterschied zu normalen Krediten ist hier, dass der Kredit in monatlichen Raten auf dem Konto landet, die Gemeinsamkeit liegt bei den Zinsen. Somit zahlst du langfristig mehr Geld zurück, was auch einen direkten Gegensatz zum BAföG darstellt. Ein Studienkredit ist für dich möglich, wenn du zu Beginn des Studiums zwischen 18 und 44 Jahre alt bist. Auch ein Zweit- oder Aufbaustudium können mit diesem Kredit finanziert werden, ist in den meisten Fällen aber erst das letzte Mittel, wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind. 

Welche Rolle spielen meine Eltern und wie sieht es aus mit Nebenjobs?

 

Der Großteil der Studierenden ist während des Studiums auf den Unterhalt der Eltern angewiesen. Sprich das Thema gerne einmal mit deinen Eltern, beispielsweise beim Abendessen an. Natürlich kann ich verstehen, wenn das für dich sehr unangenehm ist so etwas anzusprechen, aber deine Eltern wollen mit Sicherheit auch wissen, wie es für dich nach dem Abitur weitergeht, was auf sie zukommt und was du für Vorstellungen hast. Die Höhe dieses Unterhalts bemisst sich außerdem nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit deiner Erziehungsberechtigten. Eigene Einkünfte der Studierenden (Erbe, Erwerbstätigkeit, Ersparnisse) können die Unterhaltspflicht mindern, sind jedoch immer im konkreten Fall zu betrachten. Jedoch können hier deine Eltern statt Geld den Unterhalt in Naturalien wie z.B. Nahrungsmittel, Unterkunft erbringen. Die Unterhaltspflicht besteht bis zum ersten berufsqualifizierenden Abschluss, kann aber durch Regelstudienzeiten gedeckelt sein und in bestimmten Fällen auch entfallen. 
Falls unter Umständen deine Eltern eine Zahlung verweigern und du volljährig bist, musst du deine Rechte ggf. anwaltlich gegenüber deinen Eltern einfordern. So etwas sollte aber der letzte Schritt sein. In vielen Fällen hilft Offenheit und Ehrlichkeit im vornhinein, um Probleme gleich von Anfang an zu vermeiden. Das kommt aber natürlich immer auf das Verhältnis an, dass du zu deinen Eltern hast.

Außerdem haben die meisten Studierenden einen Nebenjob abseits des Studiums, um alle Kosten decken zu können, sich auch mal selbst etwas zu leisten und um etwas mehr Selbstständigkeit zu erlangen. Mach dir auch hier keine großen Sorgen, denn in jeder Stadt gibt es viele Arbeitsmöglichkeiten für Studierende, oft selbst an der eigenen Universitätsbibliothek. Natürlich sind klassische Studentenjobs wie zum Beispiel das Kellnern auch immer eine Option und in egal welchem Beruf: du wirst du mit Sicherheit wichtige Erfahrungen sammeln.
Am besten ist es aber wenn du dir einen Job als Werkstudent suchst, der in einem studienbezogenen Bereich liegt. So kannst du dir deine Arbeitszeit sogar als Praktikum anrechnen lassen und du sammelst gleich wichtige Berufserfahrung. Das hilft auch beim Verständnis der Studieninhalte und du hast gleich einen Fuß in der Tür bei einem potenziellen Arbeitsgeber für nach dem Studium.