Steuern

Grundsätzlich unterscheidet man direkte und indirekte Steuern. Direkte Steuern werden von der Privatperson an das Finanzamt gezahlt, z.B. Einkommenssteuer, Kapitalertragssteuer. Indirekte Steuern werden von Unternehmen bzw. von einem Dritten an das Finanzsamt abgegeben. Beispiele hierfür ist die Mehrwertsteuer oder die Umsatzsteuer. Es gibt mittlerweile fast 40 Steuerarten. Die zwei wichtigsten im Alltag sind aber wohl die Mehrwertsteuer und die Einkommenssteuer. 

Mehrwertsteuer

Die Mehrwertsteuer (Mw.-St.) ist ein bestimmter Teil des Verkaufspreises eines Produkts. Dieser beträgt 7% für Grundnahrungsmittel und Dinge des täglichen Bedarfs, sowie Bücher, Zeitungen und Kulturveranstaltungen. Alles andere wird mit einem Steuersatz von 19% besteuert. 

Einkommenssteuer 

Die Einkommenssteuer ist nicht wie landläufig oft die Meinung ist mit der Lohnsteuer gleichzusetzen, denn die Lohnsteuer ist nur ein Teil der Einkommenssteuer. Um diese zu berechnen addiert man die Lohnsteuer mit den Steuern aus anderen Einkünften und zieht dann Abzüge wie z.B. Werbungskosten ab. 

Steuerklassen

Aufgepasst! Ein weiterer Begriff, der häufig auftaucht ist das Wort Steuerklasse. Dabei soll wohl eine besser sein, als eine andere. Das ist aber nur halb richtig. Die Steuerklassen ändern nämlich nicht etwa den prozentualen Steuersatz, sondern sie ändern höchstens das zu versteuernde Einkommen, wodurch dann weniger Steuern gezahlt werden müssen. Dafür muss man aber auch wissen, dass der prozentuale Steuersatz sich mit zunehmendem Einkommen erhöht, wobei es bei 14% startet und 45% das Maximum ist. Klingt viel? In Dänemark sind es sogar über 50%. Grundsätzlich hat aber jeder erst mal einen Grundfreibetrag abgezogen, der 2020 9.408€ betrug. Verdienst du also weniger als diesen Betrag im Jahr, musst du keine Steuern zahlen. Um zu viel gezahlte Steuern zurückzubekommen, musst du eine Steuererklärung einreichen. 

Wofür werden Steuern eigentlich verwendet?

Sie werden für innere Sicherheit, Infrastruktur (also z.B. Straßen), Bildung und Sozialleistungen verwendet.

Steuererklärung 

Grundsätzlich muss jeder der mehr als den Grundfreibetrag verdient und nicht in Steuerklasse I oder IV ist (soweit keine Nebeneinkünfte bestehen) eine Steuererklärung abgeben. Diese muss jeweils bis Juli des folgenden Jahres abgegeben werden. Studierende verdienen meist nicht genug, um einkommenssteuerpflichtig zu sein. Sie sind dann auch nicht verpflichtet eine Steuererklärung abzugeben. Es lohnt sich in vielen Fällen aber trotzdem. 

Welche Unterlagen brauche ich dafür?

Du brauchst deine Steueridentifikationsnummer, deine Bankverbindung, einen Ausdruck deiner elektronischen Lohnsteuerbescheinigung und ggf. Quittungen bzw. Belege für Fortbildungen, Fahrtkosten, Arbeitsmittel. Außerdem brauchst du noch deine Unterlagen zur Rente und ggf. auch Rista Rente. Falls du Spendenquittungen, Mitgliedsbeiträge oder eine Nebenkostenabrechnung hast, solltest du diese auch bereit halten. Wenn du noch keine Steuererklärung gemacht hast, dann kauf dir am besten ein Steuerprogramm. Davon gibt es relativ viele, jedoch auch einige nicht ganz so teure, wie z.B. SmartSteuer, QuickSteuer, Taxman, Steuerbot (keine Werbung), die dir mit kleinen Videos noch einmal erklären, was du dort in das Programm einfügen musst. Und du kannst solche Steuerprogramme sogar von der Steuer absetzen.

Was kann ich überhaupt von den Steuern absetzen?

Da kommen einem meist als erstes die Werbungskosten in den Sinn. Dazu zählen Fahrtkosten zur Arbeit, Reinigungskosten für Berufskleidung, ein häusliches Arbeitszimmer und vieles mehr. Es ist aber auch möglich sich eine Werbungskostenpauschale von 1000€ abziehen zu lassen. Außerdem lassen sich Sonderausgaben wie Spenden, Unterhalt, Kirchensteuer, Kranken-, Renten- und Pflegeversicherung davon abziehen. Hast du ein oder mehrere Kinder bekommst du einen Kinderfreibetrag und darfst die Kinderbetreuungskosten ebenfalls absetzen.


Noch mehr Beispiele, findest du  unter:

www.steuern.de 

Oder speziell für Studenten:
www.ing.de/ueber-uns/wissenswert/steuertipp-studium/

 

Beliebte Beschäftigungsarten bei  Studenten: 


Werkstudenten 

Arbeitgeber bieten diese Beschäftigungsart gerne an, da aufgrund des geringen Einkommens keine Abgaben für die Arbeitslosen- und Pflegeversicherung anfallen. Ab 450€ monatlich muss in die Rentenkasse eingezahlt werden.
Lohnsteuern müssen erst gezahlt werden, wenn man mehr als 10.204€ (Grundfreibetrag + Vorsorgepauschale + Sonderausgaben) im Jahr verdient, was bei den meisten nicht der Fall sein wird. Eine Steuererklärung lohnt sich trotzdem, wenn der Arbeitgeber bereits die Lohnsteuer abgeführt hat, denn so kann man sie sich vom Finanzamt zurückerstatten lassen.

Details z.B. unter https://www.mystipendium.de/werkstudent/werkstudent-steuern )

450€-Jobs 

Sie sind generell erst mal steuerfrei, da man nicht mehr als den Grundfreibetrag verdient. Diese Beschäftigungsart ist steuerfrei und es werden keine Sozialabgaben erhoben. Allerdings sind sie seit 2013 rentenversicherungspflichtig (eine Befreiung davon ist unter Umständen möglich).
Details z.B. unter https://www.finanztip.de/minijobs/