Studienarten

Es gibt viele Arten zu studieren. Diese unterscheiden sich in Qualität und Anspruch, Aufbau, Kosten, Dauer und vielem mehr. Hier erhältst du einen Überblick über die einzelnen Formen von Hochschulen und die entsprechenden Abschlüsse.

Hochschulen

Uni

Universitäten sind die klassische Form der Hochschule. Sie sind Bildungseinrichtungen, an denen man die theoretischen Grundlagen verschiedenster Wissenschaften erlernen kann, um diese später in vielen Berufen anwenden zu können. An der Universität wird aber nicht nur gelehrt, sondern auch geforscht. Forschung und Lehre gehen hier Hand in Hand. So wird Wissen generiert und an derselben Stelle gleich an die nächste Generation weitergegeben. 

FH

FH heißt Fachhochschule und ist eigentlich ein veralteter Begriff. Heute heißen sie Hochschulen für angewandte Wissenschaften. Vom Prinzip ist ihre Funktion die gleiche, wie die der Universitäten. Sie vermitteln aber deutlich mehr Praxisbezug. Das bedeutet, dass die Theorie nur in den Grundlagen vermittelt wird und der Rest deutlich anwendungsbezogener ist.

Dual

Duale Studiengänge werden meist an der FH angeboten und verlagern den Schwerpunkt noch weiter Richtung Praxis. Die Zeit wird aufgeteilt in Berufsausbildung in einem Betrieb und ein Studium an der FH, das dadurch kürzer ist, allerdings auch nur sehr fachspezifisch ausbildet. Ein Duales Studium ist also eine Art Hybrid zwischen Ausbildung und Studium.

Welche Hochschulform ist die Richtige für mich?

Das hängt von vielen Aspekten ab. Du musst dich und deine Ziele einschätzen können. Folgende Fragen können dir dabei helfen:

  • Wie selbstdiszipliniert bin ich?
  • Wie gut bin ich in sehr abstraktem und theoretischem Denken
  • Welche Studienfächer interessieren mich?
  • Wie konkret ist meine Berufsvorstellung?

Selbstdiziplin

Selbstdisziplin ist deshalb so wichtig, weil Universitäten die geringsten Hilfestellungen geben. Das Studium bietet die meisten Freiheiten, aber auch den höchsten Grad an Eigenverantwortung. Das ist mit der Schulzeit nicht zu vergleichen. An die Uni sollte nur gehen, wer sich zutraut, seinen eigenen Schweinehund zumindest halbwegs an die Leine legen zu können. 

Wer mehr Struktur braucht, findet an der FH das Richtige. Das Studium ist "schulischer" aufgebaut, mit festen Stundenplänen, die teilweise auch automatisch bereitgestellt werden. An der Uni muss man das alles selbst organisieren, was aber auch viel Gestaltungsfreiheit bietet.

Abstrakte Theorie

Uni-Studiengänge sind theorielastiger. Das heißt nicht, dass es keine Praxisbezüge gebe, allerdings sind diese tendenziell geringer. Dafür bietet das Studium aber am Ende mehr Gestaltungsfreiheit – auch in der Berufswahl. Hier werden die theoretischen Grundlagen im Idealfall so gut vermittelt, dass man sich die Praxis am Ende selbst aneignen kann und das dann auch ganz nach den eigenen Wünschen gestalten kann. 

Zugänglichkeit

Wenn du schon weißt, was du studieren willst, ergibt sich die Hochschulart häufig von selbst, weil die entsprechenden Studiengänge ausschließlich an der Uni oder der FH angeboten werden. Außerdem solltest du dir genau überlegen, was du dir später beruflich vorstellen kannst und wie ambitioniert du bist. Es gibt Studiengänge, die es an beiden Hochschularten gibt. Am Ende kann es sein, dass dir später Aufstiegschancen fehlen, weil du "nur" an der FH studiert hast. Das kommt aber auf die Branche an. Es gibt Bereiche, wo es keine Rolle spielt und es gibt aber auch Bereiche, wo du nur mit einem Uni-Studium weiterkommst. 

Hierzu ein Beispiel:
Wirtschaft kannst du sowohl an der FH, als auch an der Uni studieren. Eine leitende Managementposition in einem mittelständischen Betrieb kannst du mit beidem erreichen. Wenn du aber komplexe Modellrechnungen für die strategische Entwicklung von großen Konzernen erstellen sollst, kommst du nur mit einem Uni-Studium weiter, weil die theoretischen Grundlagen für so etwas an der FH zu Gunsten des Praxisbezugs kürzer kommen.


Aber: Hier geht es nicht immer um ein "Entweder-Oder". Man kann auch später noch wechseln. Viele Master-Studiengänge an der Uni sind heute auch mit einem Bachelor von der FH zugänglich. Auf der anderen Seite kann man sich auch an der Uni in der Praxis versuchen, indem man sich einen Job als Werkstudent in einem Unternehmen sucht, dass im Bereich es eigenen Studiums tätig ist. Hierfür gibt es so viele Möglichkeiten, dass man sich nicht im Vorfeld verrückt machen sollte.

Mach also was dir liegt und wofür du brennst. Wenn du dich wohl fühlst, wirst du immer gut in dem sein, was du tust – völlig egal ob Uni oder FH.

BA / MA / Examen

Bachelor, Master und Staatsexamen sind die häufigsten Abschlüsse. Was sich dahinter verbirgt erfährst du hier.

Bachelor

Der Bachelor ist ein eine Art breites Basis-Studium in dem alle wichtigen Grundlagen des Faches vermittelt werden. Je nach Branche und Berufsfeld kann das bereits ausreichen und man kann danach direkt in die Arbeitswelt einsteigen. Für andere Bereiche ist ein darauf aufbauender Master sehr hilfreich, wenn es um Gehalt und Aufstiegschancen geht. Es gibt auch Studiengänge, bei denen der Bachelor alleine nicht ausreichend ist. Das muss aber kein Problem sein. Du musst dich in diesem Fall nur darauf einstellen, nach dem Bachelor auch noch weiter zu studieren. Hier kann es aber Zugangshürden geben, z.B. über die Abschlussnote des Bachelors.

Arts & Science

Übrigens: Lass dich nicht verwirren von den Bezeichnungen Bachelor of Art / Science. Hier geht es nicht um die vermeintliche Unterscheidung von Kunst und Wissenschaft. Die Begriffe kommen aus dem anglo-amerikanischen Verständnis von Wissenschaft. Arts meint in diesem Kontext Geistes- und Gesellschaftswissenschaften und Science Naturwissenschaften. Die Unterscheidung ist nicht ganz trennscharf, passt für unseren Sprachgebrauch aber am besten. Der akademische Grad "Bachelor" ist in beiden Fällen der gleiche. Das gilt analog auch für den Master. 

Master

Der Master baut auf dem Bachelor auf und hat diesen deshalb auch meist als Zugangsvoraussetzung. Nachdem im BA die Grundlagen vermittelt wurden ist der MA meist deutlich spezialisierter. Je nachdem was einem im Grundstudium am besten gefallen hat, kann man sich nun mit dem Master zielgerichteter orientieren. Erst mit dem Master hat man die Qualifikationsstufe erreicht, die in etwa mit dem Diplom vergleichbar ist, das früher der gängigste Abschluss für ein Hochschulstudium war. 

Staatsexamen

BA und MA sind Abschlüsse, die durch die jeweilige Uni abgenommen werden. Das Staatsexamen hingegen ist innerhalb eines Bundeslandes immer gleich. Hier soll Einheitlichkeit und Vergleichbarkeit hergestellt werden. Deshalb gibt es den Abschluss z.B. bei Lehramt und Jura, da man hier sicherstellen möchte, dass alle Absolventen auf demselben Niveau sind.


Übrigens

Die Abschlüsse müssen sich nicht ausschließen. Wer z.B. ein Staatsexamen für Lehramt Bio und Englisch bestanden hat, kann mit wenig Mehraufwand auch den Bachelor Biologie und Englisch erhalten. Es werden quasi die bereits gelernten Inhalte honoriert und nur noch ergänzt. Anrechnungen sind überhaupt sehr häufig möglich. Wer z.B. sein Medizin-Studium abbricht, aber bestimmte Teilfächer schon bestanden hat, kann sich diese z.B. in Biologie oder Chemie anrechnen lassen und muss sie dort nicht nochmal wiederholen, wenn man das Studium wechselt.

Wichtige Tipps zum Schluss

Du bist noch jung und musst dein Leben noch nicht komplett durchgeplant haben. Solche Pläne ändern sich ohnehin in vielen Fällen früher oder später. Du solltest dir aber trotzdem Ziele setzen und diese fest vor Augen haben. Von ihnen später abzuweichen ist dann keine Schande. 

Achte beim Bachelor Studium ab Tag 1 auf deine Leistungen. Schon die Klausuren des ersten Semesters zählen in deine Endnote. Beim Staatsexamen ist das anders. Hier zählt zum größten Teil das Examen am Ende. 

Wenn du dich gar nicht entscheiden kannst, schadet es auch nicht erst einmal eine Ausbildung zu machen. Die geistige Reife, die du dort erhältst hilft auch im Studium sehr und kann dir sogar einen Praxis-Vorteil verschaffen, falls Ausbildung und Studium thematisch zusammenhängen. Danach kannst du immer noch studieren.