Was sind eigentlich Geisteswissenschaften?

Die meisten werden nun vermutlich eine genaue Definition der Geisteswissenschaften erwarten. Leider gibt es aber keine allgemein anerkannte Begriffserklärung. Wie aber der Name schon verrät, beschäftigen sie sich mit den Errungenschaften des menschlichen Geistes und den daraus folgenden zahlreichen Disziplinen. Typische Beispiele hierfür sind Sprache, Kunst, Literatur, Geschichte, Philosophie und Religion. Ein großer Vorteil liegt auch in der relativ freien Kombinierbarkeit der Fächer im Rahmen eines Bachelor-Studiums.

Alle haben aber auch gemeinsam, dass die darauf basierenden Berufsbilder eher unspezifisch sind und man sich häufig wenig vorstellen kann, was man damit nach dem Studium anfangen könnte. Das muss aber kein Problem sein. Im Folgenden möchten wir dir einige Fächer und Fächerfamilien aus dem Bereich genauer vorstellen und gehen auch auf einige Vorurteile ein. 

Soziologie

Die Lehre von der Gesellschaft bietet Blickwinkel darauf, wie wir warum zusammenleben. Dabei arbeitet man viel mit Statistik und versucht über deren Analyse mehr über gesellschaftliche Zusammenhänge herauszufinden, diese nachvollziehbar zu machen und darauf basierend Lösungen für gesellschaftliche Probleme zu entwickeln. 

Philosophie

Philosophie ist keine brotlose Kunst. Sie ist vielmehr eine Methode zu einem tieferen Verständnis komplexer Zusammenhänge. Sie wird deshalb z.B. auch häufig als Zweitfach neben Wirtschaftswissenschaften studiert und ist auch Teil des Jura-Studiums. Die Philosophie bietet viele Blickwinkel auf unser Leben und Zusammenleben und lehrt auch komplexes Denken. 

Geschichte

Geschichte beschäftigt sich nicht nur mit gestern, sondern auch damit, was wir aus gestern lernen können. Dabei geht es um viel mehr, als Jahreszahlen auswendig zu lernen. Das war vielleicht für die Schulaufgabe wichtig. Im Studium zählen vor allem politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Zusammenhänge und nachvollziehen zu können, warum und wie Dinge so passiert sind, wie sie passiert sind. 

Soziologie

Soziologie meint per Definition so viel wie, „Die Wissenschaft des Menschen in einer Gesellschaft“. Es werden das soziale Verhalten, sowie allgemeine Voraussetzungen und Folgen des gesellschaftlichen Lebens analysiert. Womit befasst man sich beim Betrachten einer Gesellschaft und welche Faktoren sind wichtig für eine Analyse? Welche Voraussetzungen brauche ich für ein Studium in Fach Soziologie? Kann man seinen eigenen Interessen im Studium nachgehen und wie ist das Studium in Deutschland generell gestaltet? Wie sehen die Berufsmöglichkeiten nach einem erfolgreichen Studium aus?

Wie ist das Soziologie-Studium inhaltlich gestaltet?

Im Soziologie-Studium kann man sich auf bestimmte Schwerpunkte festlegen, wie Technik, Stadt und Raum, Architektur, Geschlechter, Digitalisierung und Anthropologie. Im Studium bestehen die Inhalte meist aus der Analyse von Theorien und Thesen, sowie dem Prüfen und Nachvollziehen dieser Theorien. Außerdem wichtig ist die Analyse von Statistiken, das Lesen von vielen wissenschaftlichen Abhandlungen und auch das eigene Verfassen solcher Abhandlungen 

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Wie ist das Studium aufgebaut?

Das Studium dauert bis zum Bachelor hin sechs Semester. An den Bachelor kann anschließend noch ein Master-Studium angehängt werden. Die ersten beiden Semester verbringt man hauptsätzlich mit Einführungsveranstaltungen. In den Semestern hin bis zur Bachelorarbeit schreibt man mehrere Hausarbeiten, die vom Umfang her sehr unterschiedlich seien, können. Nach der erfolgreichen Bachelorarbeit kann um weiteren noch eine Masterarbeit verfasst werden.

Was welche Voraussetzungen benötige ich für das Studium 

Der NC (Zulassungsbeschränkung) ist von Uni zu Uni und von Jahr zu Jahr verschieden. Allgemein ist er in Unis bei circa 2,5 und in Fachhochschulen knapp unter zwei. Daneben benötigt man für eine Zulassung einen Sprachnachweis in Deutsch und evtl. Englisch. Die Studiengebühren sind von Uni zu Uni verschieden. Das wichtigste für ein Studium ist aber das Interesse und die Überzeugung.

Was habe ich für Möglichkeiten nach dem Soziologie-Studium?

Der Beruf nach dem Studium richtet sich nach deinem jeweiligen Schwerpunkt. Daher kann der Beruf in einem Forschungsfeld, wie Konsumforschung oder Meinungsforschung sein, aber auch in einer Unternehmensberatung stattfinden. Andere Möglichkeiten bestehen unter Anderem in der Stadtplanung oder an der Uni in den Bereichen Lehre und Forschung. Ebenfalls ist eine Arbeit in den Bereichen Journalismus oder in staatlichen Einrichtungen wie der Polizei oder dem Verfassungsschutz möglich. Die Arbeitsmarktprognose ist vielversprechend, da sich Gesellschaft immer wandelt.

Philosophie

Was ist Philosophie? 

Bei der Antwort auf diese Frage sieht es genauso wie bei den Geisteswissenschaften aus. Es ist sehr schwierig allgemein gültige Antworten auf solch Fragen zu finden. Also gleiches Spiel hier, es gibt keine allgemein anerkannte Definition der Philosophie. Grundsätzlich kann man sagen, dass sie keine Grenzen kennt – einige frustriert es, wieder andere fasziniert es. Man hat nie ausgelernt. Es war Platon, der einen Philosophen als einen nach Weisheit Strebenden definierte, diese aber selbst nicht besitze. Er suche lediglich danach, ganz nach Vorbild seines Lehrers Sokrates. Antworten auf tiefst philosophische Fragen sind meist nicht zu finden, daher besteht die Philosophie viel mehr aus dem Suchen dieser und dem Training analytischem und strukturiertem Denkens. Der Philosoph Siegfried König beschrieb das mit folgenden Worten: „Stellen Sie sich die ganze Philosophie als ein über viele Generationen hinwegreichendes Gespräch vor, gewissermaßen als einen fortlaufenden kritischen Kommentar zur Entwicklung der Menschheit.“

Voraussetzungen

Der NC schwankt sehr stark, so liegt er bei einigen Universitäten im Einserbereich und bei anderen im Dreierbereich. Es gibt aber auch viele die zulassungsfrei sind. Es kann auch vorkommen, dass ein Nachweis für Englischkenntnisse erforderlich ist, dies ist aber nicht die Regel. Du solltest auch keine Feindschaft dem Lesen gegenüber hegen, da du dich mit vielen klassischen Werken (bspw. von Platon, Aristoteles, Descartes, Kant, usw.) auseinandersetzen musst. Das wird häufig unterschätzt und gilt für alle Geisteswissenschaften. Du musst viel lesen. Es werden außerdem keine inhaltlichen Vorkenntnisse in Philosophie vorausgesetzt. 

Inhalt 

Da keine Vorkenntnisse nötig sind, wird dich am Anfang des Studiums eine Einführung in die Philosophie erwarten. Im Laufe des Studiums werden Schwerpunkte auf die theoretische Philosophie (z.B. Logik, Metaphysik, Erkenntnistheorie), praktische Philosophie (z.B. Ethik, Politik) und die Philosophiegeschichte gelegt. 

Aufbau

Der Bachelor (Bachelor of Arts) besteht aus sechs Semestern Regelstudienzeit, an den ein Master (Master of Arts) mit vier weiteren Semestern folgen kann. An letzterem hängen meist noch einige Voraussetzungen, so musst du beispielsweise an der Universität Würzburg einen Bachelor vorweisen können und mindestens 40 ECTS-Punkten aus dem Bereich der Philosophie nachweisen können, was nicht viel ist. Ein Bachelor besteht im Regelfall aus 180 ECTS.

Möglichkeiten nach dem Abschluss

Das Philosophiestudium bereitet dich nicht auf diesen einen Beruf vor, sondern schafft dir eine gute Grundlage für viele verschiedene Möglichkeiten. Du kannst in die freie Wirtschaft (bspw. Unternehmensberater oder im Personalwesen), in die Medienbranche (z.B. Journalist). Du kannst aber auch dem traditionellen Bild folgen und wissenschaftliche Arbeit an Hochschulen und Forschungsinstituten betreiben. Beachte dabei aber auch, dass du Philosophie auch mit vielen anderen Fächern kombinieren kannst. Insbesondere die Kombination Wirtschaft und Philosophie birgt einigen Mehrwert.

Hier im Video findest du noch eine anschauliche Schnelleinführung in die Grundlagen der Philosophie von Youtuber David Johann Lensing.

Geschichte

Du bist geschichtsinteressiert? Hast Spaß daran etwas über damals zu erfahren? Magst historische Inhalte bei Bands wie Sabaton oder Publisher-Studios wie Paradox Interactive? Du weißt noch, wie dein ehemaliger oder vielleicht sogar jetziger Geschichtslehrer, den Unterricht so langweilig wie möglich gestaltet hat? Oder, weil du dich schon mit Geschichte auskennst, selber gefragt hast, ob der überhaupt irgendeine Ahnung von dem hat, was er gerade erzählt? Dann mach es doch einfach besser. Geschichte ist ja auch als Lehramtsstudium verfügbar. 

Wo und wie kann ich Geschichte studieren?

Das Geschichtsstudium kannst du an sehr vielen Universitäten machen, wie zum Beispiel in Würzburg. Der Vorteil ist, dass das Studium komplett zulassungsfrei ist und man meist kein Eignungsverfahren benötigt, wenn man einen Bachelor machen möchte.  

Was lernt man im Studium?

Wenn du jetzt denkst dass Studium ist wahrscheinlich wie eine Geschichtsstunde: Zahlen, Namen und Orte auswendig lernen, dann liegst du falsch! Tatsächlich ist es so, dass man im Studium nicht einfach nur Situationen lernt, sondern man analysiert alles rund um diese Ereignisse. Wie kam es dazu? Inwiefern hat dieses Ereignis Auswirkungen auf unser heutiges Leben? Das sind die Dinge die man im Studium durcharbeitet. 

Wie lange muss ich studieren und welche Möglichkeiten habe ich danach?

Das Bachelor Studium dauert 6 Semester, das Master Studium dauert weitere 4 Semester. Das Lehramtsstudium endet mit dem Staatsexamen, dauert aber ähnlich lange, wie Bachelor und Master zusammen. Es gibt außer der bekanntesten Möglichkeit, Lehrer, auch noch etliche andere Berufe. Beispielsweise sind ein Job in einem Museum, an Gedenkstädten, in einem Archiv, im Bereich des Tourismus und als gesellschaftliche und politische Interessenvertretung wie in Stiftung, Gewerkschaften und Parteien denkbar.