Wirtschafts-wissenschaft

Nahezu jeder Schüler oder jede Schülerin, die nicht weiß, was er/sie nach dem Abitur machen soll, hört mindestens einmal den Satz: „Dann studierst du halt BWL“. Doch eigentlich ist der Bereich Wirtschaft viel breiter gefächert und besteht nicht nur aus diesem einen, jedoch äußerst beliebten Studiengang. Neben dem absoluten Spitzenreiter BWL (mit rund 230.000 Studierenden 2019) finden sich allein in den TOP 10 der beliebtesten Studiengänge drei weitere der Richtung Wirtschaft, nämlich Wirtschaftsinformatik, Wirtschaftswissenschaften und Wirtschaftsingenieurwesen. Auch der häufig angestrebte Beruf Manager fällt in diesen Bereich. Im Folgenden stellen wir deshalb einige dieser Alternativen zum BWL-Studium vor.

Wirtschaftsingenieur

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Der Wirtschaftsingenieur ist die Schnittstelle zwischen technischen und wirtschaftlichen Bereichen innerhalb eines Unternehmens. Er versteht Fertigungsprozesse und Handelsmechanismen gleichermaßen.

Business-Management

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Was versteht man unter diesem Studiengang? Wie genau ist er aufgebaut? Welche Voraussetzungen braucht man? Wie kann ich mein Studium finanzieren? Welchen Beruf kann ich nach dem Abschluss ausführen? Unten klären wir die aufgeführten Fragen und informieren dich über dieses Studium, wie beispielsweise über Studien-Inhalt und Fächer, die Studiendauer und die zukünftigen Berufsaussichten.

Wirtschaftsinformatik

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Jedes Unternehmen und jede Behörde braucht heute Administratoren für Digitales. Dabei kann es um interne Netzwerke, Datensicherheit, Verwaltung, Tech Support und um die Effizienzsteigerung von Prozessen gehen. Wirtschaftsinformatik ist ein Informatik-Studium mit deutlichem Schwerpunkt auf wirtschaftlichen Anwendungen, die in der Praxis in vielen Unternehmen benötigt werden. Unten erfährst du mehr zum Hybrid-Studiengang.

Wirtschaftsingenieur

Das Wichtigste gleich vorneweg und auf einen Blick im Video der Hochschule der Bayerischen Wirtschaft (HDBW):

Historie 

Wirtschaftsingenieurwesen hat sich vor einigen Jahren aus einem Zusammenschluss von dem Studiengang Ingenieurswissenschaften und dem klassischen BWL-Studium entwickelt. Damals wollte man Personen ausbilden, die mit ihren breitgefächerten Kenntnissen Probleme an der Schnittstelle zwischen dem technischen und dem wirtschaftlichen Bereich beheben könne. Diese Entwicklung hat sich bis heute so fortgesetzt. War dieser Studiengang am Anfang auch nicht sonderlich beliebt, zählt er jedoch heute zu einem der meist belegten Studiengänge in Deutschland.  

Persönliche Voraussetzungen 

Natürlich verlangt dir dieses Studium auch einiges ab, denn du musst sowohl wirtschaftliches Interesse und Verständnis haben, als auch technische Vorgänge verstehen können. Zudem solltest du gute analytische Fähigkeiten besitzen und in Mathematik ein solides Grundwissen haben. Englisch ist ebenfalls sehr wichtig, da immer ein Teil der Vorlesungen in der Weltsprache stattfindet. Grundsätzlich braucht ein Wirtschaftsingenieur auch ein gewisses Maß an Organisationstalent und selbstverständlich solltest du auch teamfähig sein.

Studium Wirtschaftsingenieurwesen

Wenn das alles auf dich zutrifft und du dich für ein Wirtschaftsingenieurwesen-Studium entscheidest, bedeutet das 6-7 Semester lernen. Entweder an einer Uni, einer Hochschule oder per Fernstudium. Neben dem normalen Vollzeitstudium besteht auch die Möglichkeit ein  Duales Studium zu wählen, bei dem man meist vierteljährlich zwischen Unternehmen und Hochschule wechselt. Der Vorteil hierbei ist, dass man neben dem reinen Studieren so auch noch praktische Erfahrungen sammeln kann. Da Wirtschaftsingenieurwesen ein internationaler Studiengang ist, wird die Durchführung eines Auslandsemesters hier empfohlen.

Ein Wirtschaftsingenieurstudium beginnt mit einem Grundstudium, das die ersten 4 Semester in Anspruch nimmt. In dieser Zeit hast du neben den schon bekannten Schulfächern wie Mathematik, Physik auch Fächer wie Rechnungswesen BWL usw. Die letzten 2 Semester sind dann sehr abhängig von deiner Schwerpunktwahl. Es gibt viele verschiedene Schwerpunkte z.B. Internationaler technischer Vertrieb oder Internationale Produktion und Logistik. Hier kannst du dann auch entscheiden, ob du lieber mehr den wirtschaftlichen oder technischen Bereich vertiefen möchtest. Genauere Infos zu  Stundenplänen und Schwerpunkten findest du auf den Webseiten der Universitäten bzw. Hochschulen, z.B. besonders anschaulich bei der Uni Kassel.

Eigentliche Tätigkeit und Gehalt

Nach deinem Abschluss als Bachelor of Engineering oder Bachelor of Arts  hast du mehrere Möglichkeiten. Entweder du hängst direkt deinen Master hinten dran, oder du suchst dir einen Arbeitsplatz, was aufgrund deiner breitgefächerten Qualifikationen kein Problem sein sollte. In diesem Fall hängt deine Tätigkeit wieder sehr davon ab, in welche Abteilung du gehst und was dein Schwerpunkt war. Deine Aufgaben könnten z.B. sein Produktionsabläufe zu verbessern, Beschaffung und Lagerung zu planen, Verteilung von Rohstoffen und Endprodukten zu steuern, Marktanalyse und Produktanpassung durchzuführen oder ein Programm zur Qualitätssicherung zu entwickeln und an die Mitarbeiter weiter zu geben. Als Bachelor startest du dann übrigens mit ungefähr 34.000 Euro brutto im Jahr. Später kannst du aber als Master auch um die 70.000 Euro (brutto jährlich) verdienen. Falls du dich für ein Duales Studium interessiert, liegt das Anfangsgehalt monatlich ungefähr bei 1.000 Euro.

Studium

  • Duales oder Vollzeitstudium
  • Achtung: Bewerbungsfristen für ein Duales Studium teilweise schon kurz nach dem Halbjahr 11/1
  • Universität oder Hochschule für angewandte Wissenschaften (FH) – Uni-Abschluss später häufig besser bezahlt

Dauer & Zugang

  • Bachelor 6-8 Semester + Master 3-4 Semester
  • Numerus Clausus je nach Hochschule/Universität stark schwankend zwischen 1,4 und 3,3

Aufbau & Abschluss

  • ca. 2 Semester Grundstudium, dann auch Schwerpunktwahl (Maschinenbau, Fertigungstechnik und vieles mehr) 
  • Abschluss je nach Schwerpunkt: Bachelor of Engineering, Bachelor of Science, Bachelor of Business and Engineering
  • Auslandssemster

Auf einen Blick

Persönliche Voraussetzungen

  • Gutes mathematisches, technisches  und naturwissenschaftliches Verständnis 
  • Gutes wirtschaftliches und abstraktes Denken
  • Mittlere bis gute Sprachbegabung v. a. in Englisch
  • Hohe Belastbarkeit
  • Analytische Fähigkeiten und Organisationstalent
  • Teamfähigkeit

Mögliche Tätigkeiten

  • Produktionsabläufe verbessern
  • Beschaffung und Lagerung planen
  • Verteilung von Rohstoffen und Endprodukten
  • Marktanalyse und Produktanpassung
  • Programm zur Qualitätssicherung entwickeln und an die Mitarbeiter weitergeben

Gehaltsaussichten

  • Einstiegsgehalt: ca. 34 000 - 35 000€ als Bachelor
  • 38 000 - 41 000€ als Master (brutto pro Jahr)
  • Nach 5 Jahren Berufserfahrung durchschnittlich um die 70 000€
  • Aber: Je nach tatsächlicher Tätigkeit sehr hohe Schwankungen

Wenn du zum Abschluss alles nochmal ausführlich möchtest: Hier von Karriereberater Martin Wehrle zusammengefasst.

Business Management

Was versteht man unter diesem Studiengang? Wie genau ist er aufgebaut? Welche Voraussetzungen braucht man? Wie kann ich mein Studium finanzieren? Welchen Beruf kann ich nach dem Abschluss ausführen? In diesem Beitrag klären wir die oben aufgeführten Fragen und informieren dich über dieses Studium, wie beispielsweise über Studieninhalt und Fächer, die Studiendauer und die zukünftigen Berufsaussichten.

Was versteht man unter Business Management?

Das Studium bereitet auf Führungs- und Managementaufgaben vor. Hierbei werden fachliche, persönliche und wirtschaftlich-methodische Kompetenzen vermittelt. Es schult die Softskills der Studenten und entwickelt diese weiter. Der Studiengang ist breit gefächert und erleichtert somit den Einstieg in die verschiedensten Berufsbranchen. 

Wie genau ist es aufgebaut? 

Der Studiengang umfasst in der Regel acht Semester und wird an vielen Hochschulen und Universitäten angeboten. Die Inhalte des Studiums sind beispielsweise BWL, Recht, Marketing und Personalführung. Diese Vertiefungsfächer lehren Managementaspekte, zum Beispiel Marktforschung und Teammanagement. Zu lehrende Fächer sind beispielsweise:

  • Wirtschaftswissenschaften
  • Makroökonomie
  • Controlling
  • Unternehmensführung
  • Projektmanagement
  • Internationales Management 


Der Unterricht gestaltet sich praxisnah, mit vielen Praktika und Arbeitsprojekten. Dabei kann man sich auf bestimmte Fachbereiche spezialisieren. Master Studiengänge konzentrieren sich z.B. auf Themen wie: Marketing, Finanzen und Controlling, Personalwirtschaft sowie Einkauf und Logistik. 

Welche Voraussetzungen braucht man?

Um Business Management studieren zu können, ist eine Allgemeine Hochschulreife oder Fachhochschulreife nötig. Der Numerus Clausus beträgt etwa 2,2, kann aber je nach Studienstandort schwanken. Es werden bestimmte Fähigkeiten benötigt, wie analytisches und selbständiges Denken, Sprachbegabung, Durchsetzungsvermögen, Organisationstalent, wirtschaftliches Denken und Sozialkompetenz. 

Wie kann ich mein Studium finanzieren?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sein Studium zu bezahlen. Wenn man ein Stipendium erhält, muss das Geld nicht zurückgezahlt werden. Anders ist es bei dem Finanzierungsmodell BAföG: Das Geld ist vom Staat geliehen und ist anschließend nach fünf Jahren, nach Beendigung des Studiums, zurückzuzahlen. Dabei ist das Geld nur teilweise zu begleichen. Eine weitere finanzielle Unterstützungshilfe bietet ein Studentenjob. 

Welchen Beruf kann ich nach dem Studieren ausführen? 

Die meisten Absolventen starten als Trainee oder Junior Manager auf der mittleren Managerebene. Das heißt, sie sind eine vielfältig einsetzbare Nachwuchskraft. Ein Trainee wird durch ein Traineeprogramm in seiner jeweiligen Firma auf unterschiedliche Abteilungen vorbereitet. Der Junior Manager wird dagegen in nur einem bestimmten Bereich innerhalb eines Unternehmens eingesetzt, um diesen Posten genau zu erlernen. Diese Hochschulabsolventen arbeiten bei Banken, Versicherungen oder Unternehmen der verschiedensten Industriebranchen. Ein möglicher Beruf wäre die Stelle eines Betriebsleiters – dieser Beruf wird jedoch nicht erlernt, es geht mehr um ein Hocharbeiten in der jeweiligen Firma. Dabei wirken die im Studium erlernten Strategien unterstützend.

Zukunftsaussichten

Wie du erfahren hast, ist Business Management sehr abwechslungsreich und breitgefächert. Durch das Erlernen verschiedener Aspekte von Organisation und Kommunikation während des Studiums, kannst du in Firmen in den verschiedensten Bereichen arbeiten. Dabei spezialisiert man sich immer weiter und sammelt Erfahrung in der Praxis. Mit etwas Erfahrung kann man dann auch in höhere Verantwortungspositionen aufsteigen. 


Wirtschaftsinformatiker 

Insgesamt befassen sich die Aufgaben eines Wirtschaftsinformatikers mit der Modellierung von sowohl wirtschaftlichen Prozessen, als auch von IT- und Kommunikationsprozessen. Wirtschaftsinformatiker versuchen also wirtschaftliche Aufgaben zu lösen mithilfe ihrer Programmierfähigkeiten und logischem Denken. Meistens bekommen Wirtschaftsinformatiker ihre Aufträge direkt von den Kunden und arbeiten zusammen im Team. Deshalb sind Soft Skills, wie Teamfähigkeit wichtig. Ein Teil der Arbeit sind jedoch auch administrative Aufgaben.

Beispiel

Ein Beispiel wäre, dass man für ein Logistikunternehmen arbeitet. Dieses möchte seine Kosten verringern und den Gewinn steigern, aber trotzdem effizient bleiben. Mit den erlernten Programmierfähigkeiten und seinem wirtschaftlichen Wissen, kann ein Wirtschaftsinformatiker ein Modell erstellen, das berechnet, ob die Effizienz zu stark leiden würde, wenn Mitarbeiter entlassen werden. Außerdem zeigt das Modell, wie viele entlassen werden können, ohne dass die Produktivität zu sehr sinkt.

Allgemeines zum Studium

Der Bachelor-Studiengang dauert sechs bis acht Semester, danach ist in weiteren zwei bis vier Semestern ein Masterstudium möglich. Außerdem kann man Wirtschaftsinformatik dual studieren. Wichtige Grundlagen im Studium sind: Mathematik, Statistik, BWL, VWL, angewandte Informatik und Betriebssysteme. 

Studieninhalte im Bachelor und Master

Neben den Grundlagen kann man im Bachelorstudium bestimmte Wahlfächer belegen, die das Wissen vertiefen. Angeboten werden beispielsweise Spezialkurse, wie Informations- und Wissensmanagement, bei dem man lernt Informationen korrekt und effizient anzuordnen, beziehungsweise zu verwalten, Marketing und Informationssysteme oder IT im Gesundheitssektor, das heißt, dass man genauer lernt, wie Programme für ärztliche Untersuchungen gecodet werden. In einem angehängten Masterstudium, kann man sein Wissen weiter spezialisieren. Normalerweise sind auch Praxissemester vorgesehen und bestenfalls macht man möglichst viele Praktika während des Studiums, um sein theoretisches Wissen anzuwenden.